Fachfragen bei Fliesenleger.de

 
hpb (Gast) fragt am 22.07.2011:
 
Hallo, wir haben ca. 30qm Betonplatten 40xx40x4 im 5 cm Splittbett 3-5 und mit scharzem Brechsand 0-2 verfüllt. ca. 1 Jahr her, liegt bestens. Nun müssen wir aber wg. unerwartetem Feuchtigkeitsproblem (zu viel Wasser versickert durch die Fugen und eine Kellerwand wird nass) die Fugen nachträglich abdichten als einfachste Alternative. Es ist keine Folie unter dem Splitt. Ich dachte an eine elastische Fuge, langfristig dicht und Frostsicher...das sind einige Meter Fuge. Was kann man empfehlen?
 
 
  
 
4 Antwort(en), letzte am 29.08.2011:
 
   Päffgen GmbH (Fachfirma) schreibt am 22.07.2011:
 
So eine nachträgliche oberflächliche Dichtung führt nicht immer zum Erfolg. Auf jeden Fall sollte die Fläche zwei, drei Grad Gefälle vom Bauwerk weg haben. Versuchen kann man es dann und die Fugen mit einem 2-Komponenten-Epoxidharz vergießen. Die Platten müssten zudem mit einer hydrophoben Imprägnierung versehen werden. Am wichtigsten ist die Abdichtung der Fuge zum Mauerwerk. Hier sollte elastisch verfugt werden.
 
 
hpb (Gast) schreibt am 23.07.2011:
 
Danke! Gefälle ist perfekt, Fuge zur Wand auch. Es geht nur um die anderen Fugen mit Brechsand. Geht auch eine sog. Flexfuge? Die Platten sind von KANN geschliffen und versiegelt. Muss ich befürchten, dass - weil "nur" im Splittbett liegend - die Fläche zu instabil ist für eine Flexfuge? Wenn nach der Aktion kein Wasser mehr durchkommt, sollte bei Frost nicht viel da sein zum "arbeiten"...?
 
 
   Päffgen GmbH (Fachfirma) schreibt am 24.07.2011:
 
KANN selbst bietet für seine Platten eine Fuge an, die allerdings wasserdurchlässig ist. Auf keinen Fall sollte ein Produkt benutzt werden, dass für den Innenbereich vorgesehen ist. Selbst dann, wenn es für Feuchträume und Dauerbeschlag geeignet ist, wird es den Anforderungen im Aussenbereich inklusive Frost nicht gerecht. Einige dauerelastische Dehnfugen auf der Fläche schützen weitgehend vor Fugenrissen auch bei stärkeren Temperaturschwankungen. Henkel beispielsweise bietet dafür ein spezielles Produkt auf Silikonbasis an. Mit dem könnte man möglicherweise sogar komplett verfugen. Auf jeden Fall sollte vor dem Verfugen alles sehr trocken sein, weil Wasserdampf dann nicht mehr entweichen kann. Unter dem Belag verbliebenes Wasser könnte im Winter zu Aufbrüchen führen.
 
 
steinzeit-Fliesen schreibt am 29.08.2011:
 
Hallo,
bei Ihrem Belag aus Betonwerksteinplatten die im Splittbett verlegt worden sind handelt es sich um eine lose Verlegung.
Bei dieser Verlegeart ist es "gewollt" das auch ein Teil des anfallenden Regenwassers durch die Fugen versickern kann.
Eine Wasserabdichtende Verfugung ist bei dieser Verlegeart nicht möglich.
Die Abdichtung der angrenzenden Wand hätte im Vorfeld durch geeignete Materialien( auch keine verlegte Folie) erfolgen müssen.
Eine Starre Fuge würde ausbrechen und eine elstische Fuge würde sich durch die zwangsläufige Durchfeuchtung der Platten von den Fugenflanken ablösen.
Die Kunstharzgebundenen 2K-Pflasterfugenmörtel lassen auch bedingt wasser versickern.
Um teure und aufwendige Sanierungen an Ihrer Kellerwand zu vermeiden bleibt nichts anderes übrig als den Belag im Wandbereich aufzunehmen und die Kellerwand von außen gegen eindringende Feuchtigkeit abzudichten.
Leider gibt es bei eindringender Feuchtigkeit keine einfache Alternative.
Entweder richtig oder teuer.
Wer hatt Sie beraten ???