Wand- und Bodenfliesen verlegen
Das schwerste am Anfang: Die Wahl der richtigen Fliese. Verwendung im Neubau oder bei der Sanierung, zukünftige Aufgaben der Fliesen, der persönliche Geschmack und letztendlich das Budget fließen bei der Kaufentscheidung mit ein. Nach den Sünden der siebziger Jahre wird heute immer mehr Wert auf Design im Bad und Küche gelegt. Das Badezimmer dient als Wellnessbereich mit erhöhtem Wohlfühlfaktor, die Küche dient als Treffpunkt im Haus für Familien. Ein stimmiges Gesamtbild, Haltbarkeit und Pflegeaufwand sind neben dem Aussehen die wichtigsten Faktoren, wenn es um die Auswahl von passenden Wand- und Bodenfliesen geht.
Für die verschiedenen Fliesen, Platten und Fugenmaterialien gibt es verschiedene Verlegetechnologien. Das Wissen um Untergründe, Materialien, Optik und Ästhetik kann am Besten von einem Profi umgesetzt werden.
- Verlegeplan
Um eine symmetrische, exakte Verlegung der Fliesen zu gewährleisten und den genauen Materialbedarf zu berechnen, kann ein Fliesenverlegeplan angefertigt werden. Um eine Materialberechnung durchzuführen, werden Grundriss, Fliesengröße und Fugenbreite maßstabsgerecht auf Millimeterpapier übertragen. Auf diese Weise wird die benötigte Anzahl Fliesen plus ca. 5 ? 10 % Verschnitt und plus 5 % für spätere Reparaturen berechnet. Werden an Wand und Boden Fliesen mit gleicher Größe verlegt, sollten die Fugen durchgängig sein.
- Kleberauftrag
Fliesenkleber wird gleichmäßig mit einem Zahnspachtel an der Wand verteilt, bis eine ebene Fläche entsteht. Die Größe der Zähnung hängt von der verwendeten Fliese und der Fliesengröße ab. Ist die Fliesenrückseite stark profiliert, muss eine große Zähnung gewählt werden. Die Rückseite der Fliese muss so mit Kleber bedeckt sein, dass sie später hohlraumfrei mit dem Untergrund verbunden ist.
- Wandfliesen
Wandfliesen werden symmetrisch verteilt. Bei der Verlegung von Fliesen im Wandbereich wird in der Mitte der Wand ein Lot gefällt. Diese Mittellinie bildet sozusagen die mittlere Fuge oder eine Fliesenmitte. Eine waagerechte Linie markiert den Beginn der ersten Fliesenreihe, welche oberhalb der waagerechten Linie angesetzt wird. Als nächstes folgt eine senkrechte Reihe. Die Form der ersten beiden Reihen ist ein auf dem Kopf stehendes T. In der linken und rechten Raumecke passen in der Regel keine ganzen Fliesen. Diese Randfliesen werden `geknackt`, sollten aber mindestens eine halbe Fliesenbreite haben (siehe Bild). Um den richtigen Abstand zwischen den Fliesen einzuhalten, können Fliesenkreuze verwendet werden.
An Ecken und Pfeilern beginnt man mit ganzen Fliesen an der Außenkante. Abschnitte werden in der Ecke verlegt (Siehe Bild). An Außenkanten kann man Eck- und Abschlussprofile aus Kunststoff oder Metall setzen.
Wird eine Wand nicht raumhoch gefliest, beginnt man unten mit einer ganzen Fliesenreihe, wenn keine genaue Höhe vorgegeben ist. Der obere Abschluss kann dann ebenfalls aus einer ganzen Fliese bestehen. Ist eine bestimmte Höhe als Oberkante vorgegeben, beginnt man oben mit einer ganzen Fliese, so dass unten ein Abschnitt gesetzt werden kann.
Um optische und farbige Kontraste zu setzen, können zum Beispiel schmale Fliesenbordüren angeordnet werden. Im Fachhandel gibt es mittlerweile eine Vielzahl von optischen Finessen, die einer langweiligen Fliesenfläche entgegenwirken.
- Verfugen Wandfliesen
Wenn ein Flexmörtel verwendet wurde, sollte auch ein flexibler Fugenmörtel verwendet werden. Der breiige Mörtel wird mit einem Fugengummi diagonal in die Fugen eingearbeitet. Bei der Verarbeitung sind Handschuhe zu tragen. Überschüssiger Mörtel wird mit einem Gummirakel abgezogen. Ist die Masse angetrocknet, kann der entstandene Schleier mit einem feuchten Schwamm von den Fliesen entfernt werden. Die Fugen zwischen Wand/Boden oder Wand und Sanitäreinrichtung werden mit Silikon geschlossen.
Mehr Infos unter Fugen
- Bodenfliesen
Bei dem Verlegen von Bodenfliesen wird als erstes die exakte Raummitte ermittelt und mit einem Klebeband markiert. Dann können einige Fliesen zur Probe, erstmal ohne Kleber, ausgelegt werden. Die erste Reihe wird vom Mittelpunkt des Raumes aus gelegt. Dazu werden Richtschnüre parallel zu den Wänden gespannt. Man kann die Fliesenmitte oder eine Fuge an der Schnur ausrichten. Werden mehrere angrenzende Räume mit Bodenfliesen belegt, sollten die Fugen auch durch Türöffnungen durchgängig angelegt werden. Dehnungsfugen zwischen zwei Räumen werden unter dem Türblatt angelegt.
- Verfugen Bodenfliesen
Bodenfliesen werden eingeschlämmt, nachdem der Kleber trocken ist. Bei porösen Fliesen, die Wasser aufnehmen, ist es sinnvoll zu testen, ob sich die Fliesen von dem Fugenmaterial reinigen lassen. Stark saugende Untergründe und hohe Temperaturen lassen die Fuge `verdursten`. Ein Vor- und Nachnässen ist dann sinnvoll. In passender Konsistenz wird der Fugenmörtel auf den Fliesenbelag gegossen. Mit einem Gummiwischer wird das Material diagonal zum Fugenverlauf eingeschlämmt. Wenn alle Fugen gleichmäßig gefüllt sind, wird das restliche Material mit dem Gummiwischer abgezogen. Danach wird ein Schwammbrett mit sauberem Wasser verwendet, um die Fliesen abzuwaschen. Dabei ist darauf zu achten, dass die Fugen nicht ausgewaschen werden. Der letzte Schleier kann mit einem trockenen Tuch oder speziellem Zementschleierentferner entfernt werden. Fugen von Boden/Wand Anschlüssen werden mit Silikon dauerelastisch geschlossen.
Mehr Infos unter Fugen
- Fliesen schneiden
Mit einem Fliesenschneider werden gerade Kanten an Fliesen geschnitten. Dabei wird die Oberfläche der Fliese angeritzt und die Fliese anschließend über diese Kante gebrochen. Runde Aussparungen werden mit einer speziellen Fliesenzange, dem sogenannten `Papageienschnabel` Stück für Stück heraus gekniffen. Eine weitere Variante ist der Einsatz einer Bohrmaschine mit einem Lochfräsaufsatz.
(c) by Päffgen GmbH bzw. deren Autoren 2009, www.fliesenleger.de
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