Fliesenkleber

Für das professionelle Verlegen von Fliesen werden verschiedenen Produkte benötigt. Besonders im Nassbereich werden diverse Materialien zur Abdichtung unter keramischen Belägen verwendet. Außerdem benötigt man neben dem eigentlichen Fliesenkleber, Fugenmörtel, je nach Untergrund Grundierungen und Haftbrücken sowie verschiedene Zusatzprodukte wie Entkopplungsmassen.

Früher wurden Fliesen im sogenannten Dickbettverfahren in eine dicke Mörtelschicht verlegt. Heute gibt es eine Vielzahl von Fliesenklebern mit verschiedenen Eigenschaften die ein Verlegen in einem dünnen Mörtelbett möglich machen. Dieses Verfahren wird als Dünnbettverfahren bezeichnet.


  • Dickbettverfahren

Die Fliesen werden in ein starkes Mörtelbett aus zementgebundenem Putzmörtel verlegt. Für den Mörtel werden Zement und Sand etwa im Verhältnis 1:3 bis 1:5 gemischt. Fliesen und Untergrund werden mit Wasser befeuchtet. Bei Wandfliesen wird eine dicke Mörtelschicht aufgetragen und an den Fliesenkanten mit der Kelle leicht angeschrägt. Die Fliese wird dann auf den Untergrund gedrückt und in das Mörtelbett eingeklopft. Bodenfliesen werden in ein Mörtelbett eingelegt und angeklopft. Das Dickbettverfahren hat den Vorteil, das unebene Untergrüne besser ausgeglichen werden bzw. Platten mit abweichender Dicke verlegt werden können. Deshalb wird das Dickbettverfahren bei Natursteinen angewandt. Der Widerstand gegen mechanische Einwirkungen ist höher als bei dünnen Klebern. Der Untergrund muss haftfähig sein und sollte vorgenässt werden, wenn er saugend ist. Nachteile sind beispielsweise der höhere Zeitaufwand und die damit verbundenen Kosten beim Verlegen und das hohe Gewicht des Mörtelbetts. In Bereichen, in denen ein Widerstand gegen chemischen Angriff gefordert ist, haben spezielle Fliesenkleber ebenfalls Vorteile. Wandfliesen können im Dickbettverfahren von der Wand rutschen, wenn sie nicht von unten nach oben verlegt werden. Das größte Problem des Dickbettverfahrens ist, dass es nur für poröse Fliesen geeignet ist. Die immer dichter gebrannten, modernen Fliesen benötigen deshalb Kleber.

    • Mörteldicken im Dickbettverfahren:
    • Wandbekleidungen: 15 mm
    • Bodenbeläge: 20 m
    • Bodenbeläge auf Trennschicht innen: 30 mm
    • Bodenbeläge auf Trennschicht außen: 50 mm
    • Bodenbeläge auf Dämmschicht innen: 45 mm
    • Bodenbeläge auf Dämmschicht außen: 50 mm


  • Dünnbettverfahren

Statt eines Zementmörtels wird im Dünnbettverfahren ein sogenannter Fliesenkleber verwendet. Mit der Zahnkelle wird ein gleichmäßiges Klebebett von 2 bis 4 mm aufgetragen. Die Fliese wird mit einer leichten Schubbewegung in den Kleber eingelegt. Das Verlegen benötigt im Dünnbett weniger Zeit. Allerdings müssen unebene Untergründe vorher ausgeglichen werden. Bei dem Dünnbettverfahren unterscheidet man das Floating-Verfahren, bei dem der Mörtel mit dem Zahnspachtel auf dem Untergrund aufgetragen wird, und das Buttering-Verfahren bei dem der Mörtel auf der Rückseite der Fliese aufgetragen wird. Auch ein kombiniertes Verfahren (Floating-Buttering) mit einem beidseitigen Kleberauftrag ist möglich und wird beispielsweise bei Grobkeramik, Marmor und Natursteinen sowie auf Balkon und Terrasse angewandt.


  • Zementkleber

Kleber auf Zementbasis werden mit Wasser angerührt und müssen dann zügig verarbeitet werden. Eine Variante ist der sogenannte Flexkleber, der Kunststoffzusätze enthält und auf arbeitenden Untergründen wie Holz oder Trockenestrich angewandt wird. Der Kleber bleibt flexibel und verhindert so, dass Fliesen abplatzen.


  • Dispersionsklebstoffe

Besteht aus Kunststoffbindemitteln und mineralischen Füllstoffen sowie Zusätzen. Dispersionsklebstoffe sind leicht zu verarbeiten.


  • Epoxidharz-Klebstoffe

Härtet durch eine chemische Reaktion aus. Das Bindemittel ist ein Reaktionsharz, z. B. Epoxid oder Polyurethan. Ein Härter löst die chemische Reaktion aus, die für eine Verfestigung des Harzes sorgt. Der Kleber härtet innerhalb von 24 Stunden aus und ist gegen chemische Angriffe resistent.


  • Dispersionsvoranstrich

Der Voranstrich sorgt für eine Verfestigung der Oberfläche und das Schließen von offenen Poren. Außerdem bindet der Anstrich den Staub und schützt den Untergrund vor unerwünschten Wechselwirkungen mit Wasser oder Mörtel.


  • Grundierung

Eine Grundierung, zum Beispiel auf Epoxidharzbasis, verfestigt absandende oder zerfallende Untergründe und schließt offene Poren.




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