Fugen
- Fugenmörtel
Je nach Sorte und Größe der Fliese sowie der gewünschten Fugenbreite werden spezielle Fugenmörtel für Steingut, -zeug oder Natursteinfliesen angeboten. Weitere Kriterien für die Auswahl des richtigen Fugenmörtels sind die benötigte Flexibilität und die Erhärtungszeit. Wichtiger Aspekt für das Gesamtbild der Fliesenflächen ist die Farbe des Fugenmörtels. Neben den hygienischen Anforderungen an eine Fuge sollte sie auch die ästhetischen Anforderungen erfüllen. Schmale Fugen sehen modern aus während breite Fugen rustikaler wirken. Für besondere Anforderungen gibt es z. B. Schnellfugen, die extrem schnell abbinden oder auch hochfeste Zementfugen, die abriebfest und gegen schwache Säuren resistent sind. Fugen sind immer gleichmäßig breit anzulegen. Gibt es Maßtoleranzen bei den Belagstoffen, sind diese durch die Fugen auszugleichen.
- Fugenbreiten
- Trockengepresste, keramische Fliesen und Platten bis 10 cm Seitenlänge: 1 - 3 mm.
- Trockengepresste, keramische Fliesen und Platten ab 10 cm Seitenlänge: 2 - 8 mm.
- Stranggepresste Fliesen und Platten: 4 - 10 mm.
- Stranggepresste Fliesen und Platten mit Kantenlängen über 30 cm: min. 10 mm.
- Bodenklinkerplatten: 8 - 15 mm.
- Natursteinmosaik und -riemchen: 1 - 3 mm.
- Fugenimprägierung
Um die Fugen vor Schmutz, Feuchtigkeit und späterer Schimmelbildung zu schützen, können sie durch Imprägnierung geschützt werden.
- Flexible Fugen (Flexfuge)
Die Fugenmasse besteht aus fein aufbereitetem Zement, Farbpigmenten, Kunststoffanteilen und Füllmitteln. Durch den Kunststoffanteil wird die gewünschte Flexibilität erreicht. Wenn der Fliesenbelag besondere thermische Belastungen aushalten muss und Wasserangriffen ausgesetzt ist, wird solch eine elastische Fugenmasse eingesetzt. Das ist z. B. bei Anwendungen auf Balkonen, Terrassen, auf sich verformenden Untergründen wie Gipskarton und Spanplatten der Fall. Die Fugenmassen sind wasserfest, frostsicher und lassen Wasser abperlen.
- Dauerelastische Fuge
Fugenmassen für Übergänge im Sanitärbereich nehmen Bewegungen auf und sind zudem wasserdicht und pilzhemmend. Die Fugenmasse wird nach einer Reinigung des Untergrundes mit einer Kartusche in die Ecken gespritzt und gleichmäßig eingedrückt. Die Fugenflanken müssen dabei so angelegt sein, das eine dauerhafte Abdeckung der Fuge gesichert ist. Allerdings sollte die Optik durch zu breite Flanken nicht leiden. Bei Sanitärfugen in Übergangsbereichen, bspw. Wanne/Wand, handelt sich immer um Wartungsfugen, die kontrolliert werden müssen. Dauerelastische Fugenmassen sind z. B. auf Silikon- oder Acrylbasis erhältlich.
- Epoxidharzfugen
Zweikomponenten Epoxidharze werden mit Füllmitteln und Farbpigmenten versetzt. Mosaike können mit diesem Material gleichzeitig geklebt und auch verfugt werden. Haupteinsatzgebiete sind der Nassbereich und Bereiche mit einer gewünschten Resistenz gegen Chemikalien. Bei gewollter Diffusion ist allerdings Vorsicht geboten! Epoxidharzfugen lassen keinen Wasserdampf hindurch.
- Bewegungsfugen
Bewegungsfugen müssen im Fliesenbelag fortgeführt werden. Zu Bewegungsfugen zählen Gebäudetrennfugen, Feldbegrenzungsfugen, Randfugen und Anschlussfugen. Bewegungsfugen werden mit einem elastischen Dämmstoff und einer Hinterfüllung (z. B. Rundschnur aus PE) gefüllt und bspw. mit Silikon abgedichtet. Es können auch verschiedene Fugenprofile zum Einsatz kommen.
Gebäudetrennfugen sind durchgehende, konstruktive Fugen. Der Fliesenbelag muss an gleicher Stelle in der gleichen Breite getrennt werden.
Feldbegrenzungsfugen trennen Belagflächen in bestimmte Feldgrößen ein, die konstruktiv vorgegeben sind. Der tragende Untergrund, Dämmung und Abdichtung werden ebenfalls getrennt. Feldbegrenzungsfugen werden in 5 - 10 mm Fugenbreite ausgeführt.
Randfugen bilden den Übergang zwischen Wand und Boden. Tragender Untergrund, Dämmung und Abdichtung müssen auch getrennt werden.
Anschlussfugen zwischen Belägen und Bekleidung oder an Übergängen zwischen Bauteilen und Wand werden in der Tiefe in der Dicke des Belags- oder Bekleidungsstoffes ausgeführt. Die Fugenbreite beträgt bis 5 mm.
- Fugentipps
- Wasserabweisende Fugen sind nicht wasserdicht!
- Frische Fugen sind vor Regen zu schützen!
- Stark saugende Untergründe und hohe Einbautemperaturen sorgen dafür, dass die Fuge `verdurstet`. Vor- und Nachnässen stellt genügend Feuchtigkeit sicher!
- Kleber müssen ausgehärtet sein, bevor verfugt wird!
- Alle Fugen müssen sauber und gleichmäßig tief sein. Außerdem sind sie frei von Kleberresten zu halten.
- Fugen an Boden/Wand Anschlüssen sind nicht mit Fugenmörtel sondern mit dauerelastischem Silikon zu schließen.
- Dehnungsfugen zwischen zwei Räumen werden unter dem Türblatt angelegt.
(c) by Päffgen GmbH bzw. deren Autoren 2009, www.fliesenleger.de
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